Sommer-Spritztour im Tesla Roadster Sport

Glück muss man haben: Im meinem Fall ist das ein Auto-verrückter Freund in Rotterdam. Zu seiner Sammlung zählt ein Tesla Roadster, Baujahr 2010. Zu einer kleinen Runde konnte ich ihn schon im Winter 2017 überreden, aber im Sommer macht das mit dem offenen Zweisitzer doch viel mehr Spaß. Bei bestem Wetter drehen wir eine Runde in Südholland – von der Insel Goeree-Overflakee nach Rotterdam und wieder zurück. Dabei nehmen wir vor allem die kleinen Nebenstraßen, denn hier macht das mit dem Sportwagen viel mehr Spaß. Das Tempolimit liegt auf niederländischen Autobahnen bei 130 km/h. Auf den schmalen Asphaltstreifen zwischen Gemüse-Felder und Schafsweiden bremsen einen nur die Drempel (Tempschwellen) aus. Doch das lautlose dahingleiten, mit dem Popo nur knapp über der Straße, ist ein großer Spaß.

Neuer Tesla Roadster ab 2020

Die 56 kWh-fassende Batterie schafft rund 250 Kilometer im Alltag. Auf 100 km/h ist der 1.200 kg leichte Wagen in rund vier Sekunden. Von dem elektrischen Sportwagen wurden zwischen 2008 und 2012 nur rund 2.500 Exemplare gebaut. Die Montage erfolgte bei Lotus in Großbritannien, denn das Chassis stammt vom Lotus Elise. Damals hatte Tesla noch keine eigene Fabrik. Rund 1.800 Roadster gingen in die USA. Dieser Roadster ist eine Edition SPORT und stammt aus der Signature-Reihe für Europa (die ersten Modelle). Er trägt die Nummer 233 von 250. Was der Wagen heute wert ist, wage ich gar nicht zu erfragen. Nachdem Elon Musk mit seinem Unternehmen Space X einen roten Roadster ins All schoss, weiß nun jedes Kind, wie der elektrische Sportwagen aussieht. Das dürfte den Sammlerwert noch mal gesteigert haben. Tesla plant ab 2020 eine Neuauflage des Roadsters. Der wird dann schneller (400 km/h), kommt weiter (bis 1.000 km) und ist zu Preisen ab  200.000 Dollar zu haben.

Austauschbatterie für 29.000 Dollar

Der Wagen ist eine wahre Freude, wenn er läuft. Doch im Frühjahr 2018 ist der Wagen in einem heftigen Gewitter abgesoffen. Da ging nichts mehr. Die Elektronik hatte ordentlich einen mitbekommen. Man konnte den Wagen starten, ohne den Schlüssel dabei zu haben. Der Tesla Roadster war dann fünf Wochen lang Gast in einem Tesla Service Center. Der Fehler war nicht so einfach zu finden. Es sei aber gesagt: Die Mitarbeiter in diesen Werkstätten bekommen nur wenige Tesla Roadster zu sehen und sind vor allem für die Model S, X und 3 geschult. Mein Freund rechnete bereits mit einer horrenden Rechnung, doch Tesla hat sich fair gezeigt. Der Werkstattleiter sprach von vielen „Lernmomenten“. Die Fehlersuche hat also lange gedauert, die Ursache zu beheben war dann einfach (korrodierte Steckverbindungen). Somit fiel die Rechnung mit unter 300 Euro letztendlich übersichtlich aus.

Richtig teuer wird es erst, wenn die Batterie eines Tages schlapp macht. Tesla bietet Roadster-Fahrern ein Upgrade an. Die 80 kWh Batterie kostet mit Einbau 29.000 Dollar. Dafür schafft der Sportwagen wieder 540 km mit einer Ladung. Das dauert beim Tesla Roadster etwas länger, denn die frühen Ladegeräte an Bord nutzen nur eine eine Phase des Stromanschlusses.

Dirk Kunde

Elektroautos, Brennstoffzelle, Heimspeicherbatterie, Schnellladen, autonomes Fahren – die spannendsten Entwicklungen passieren im Bereich Mobilität. Genau darum dreht es sich in meinen Videos. Der Journalist ist stets auf der Suche nach den besten Ideen für Mobilität von Morgen.

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